KARNEVAL IN SAN SALVATORE

San Salvatore Monferrato | Leisure/Family

22 Februar 2026

Beschreibung

Der Karneval erreicht San Salvatore mit der „Businà 2026“

Neben dem Festwagenumzug wird am Samstagnachmittag, dem 14., traditionell
der neue Dialekt „Businà“ vorgetragen. Der Autor Mario Lombardo erinnert sich an eine Episode von vor 80 Jahren, als er als Kind einen Streit um Dialektreime
zwischen San Salvatore und Castelletto erlebte, die berühmte „Contra-Businà“.
Als Politik noch in Dialektreimen ausgetragen wurde

SAMSTAG, 14. FEBRUAR – DAS PROGRAMM
Freiwillige des Oratorio Campanone arbeiten seit über einem Monat in den von den Familien Beccaria und Gagliazzo zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten. Sie stellen derzeit vier Festwagen für den Umzug fertig, der am Samstag, dem 14. Februar, um 14:30 Uhr vom Piazzale Santa Croce startet und sich durch die Straßen der Stadt schlängelt, bis er gegen 16:30 Uhr auf der Piazza Carmagnola endet. Hier wird die große Puppe, die das Ende der Feierlichkeiten und den Beginn der Fastenzeit symbolisiert, im traditionellen Freudenfeuer verbrannt.
Am Nachmittag wird die „Businà 2026“ vorgetragen, ein Werk von Mario Lombardo, einem geistreichen und respektlosen Autor und Redner mit über 30 Jahren Erfahrung. Er teilt darin in Dialektreimen gegen die Machthabenden aus, wie es nur wahre Satire vermag – natürlich im strengen San-Salvatore-Dialekt. Auf dem Platz kehrt für die Kleinen der Zauberer Bingo mit seiner Show „Il RompiBolle“ (Der Seifenblasenzerstörer) zurück, während die Karnevalsführer das Gedicht vortragen, das das Ende der Feierlichkeiten markiert, die den vierzigtägigen Bußzeiten vor Ostern vorausgehen. Don Gabriele Paganini, der die Tradition des „Gran Carvà“ von San Salvatore Monferrato fortführt, hat alle eingeladen, an der Parade durch die Straßen der Altstadt teilzunehmen. Es gibt Festwagen für Kinder in frei gestalteten Kostümen sowie Paraden und Festwagen, die sich am Thema des Jahres 2026 orientieren: Magie.

Programm

Am Samstag, dem 14. Februar, wird in San Salvatore Monferrato nicht nur die Liebe gefeiert und der Karnevalsumzug veranstaltet, sondern auch die Businà 2026, das alte satirische Dialektgedicht, das den Karneval in eine bissige politische Plattform verwandelt.
In diesem Jahr kommt der Veranstaltung eine außergewöhnliche historische Bedeutung zu: Mario Lombardo, Autor und Interpret der Tradition, wird nicht nur die für die Ausgabe 2026 verfassten Verse vortragen, sondern auch an den 80. Jahrestag einer der kühnsten Episoden der lokalen Geschichte erinnern.
Das Duell der Plätze von 1946 – Im Februar 1946, in einem vom Krieg verwundeten und ideologisch gespaltenen Italien, enthielt die auf dem Platz von Castelletto Scazzoso (heute Monferrato) verfasste und rezitierte Businà scharfe Kritik am Vatikan. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Der Hilfspfarrer von San Salvatore, Ermenegildo Gonella (der berühmte Don Gunèla), komponierte daraufhin das berühmte Contra
Businà cui d’Castlèt.

Der Augenzeuge – Mario Lombardo, damals ein sehr junger Ministrant, der dem Priester folgte – erinnert sich noch heute an die Spannung dieses Augenblicks: „Ich erinnere mich an die Angst, die ich empfand. Ich hatte das Gefühl, mein Don hätte übertrieben. Wir gingen auf den Platz unserer Nachbarn, und er ergriff mutig das Wort und las laut Verse im Dialekt vor.“
Um die These der Einwohner von Castelletto zu widerlegen, zitierte Gonella den Satz von Papst Pius XII. zur Unterstützung der Nichtkriegsführung: „Im Frieden geht nichts verloren, im Krieg kann alles verloren gehen.“ Er kritisierte die Entscheidungen der faschistischen Diktatur und sparte nicht mit Urteilen über die Rolle des „listigen Russlands“ im Weltkonflikt.

So entfaltete sich durch Reime und Dialekt eine Herausforderung aus einer anderen Zeit: ein verbales Duell, in dem Ideologie dem Witz wich und der Nachwelt die Erinnerung an ein gespaltenes, aber außerordentlich lebendiges Italien hinterließ.

Von der Straße zu den sozialen Medien: Satire heute – Während die Tradition in Castelletto und vielen Gemeinden der Region Alessandria ausgestorben ist, lebt San Salvatore fort. Wo einst ideologische Kämpfe ausgetragen wurden, prangert Lombardos Businà heute aktuelle Probleme an: von den exorbitanten Kosten der Brücke über die Straße von Messina bis zum Zustand der öffentlichen Straßen. Eine Veranstaltung, die zum Nachdenken darüber anregt, wie sich die Debatte verändert hat: vom tiefen, aber unbeschwerten, sonoren Lachen der Straße im Dialekt hin zu den oft wütenden Tönen von Fernseh-Talkshows und sozialen Medien.

Adresse und Kontakte

15046 San Salvatore Monferrato

E-mail: ufficiostampa@comune.sansalvatoremonferrato.al.it

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