Eingebettet zwischen Hügeln und Flussebene, hatten bereits die Römer und vor ihnen die alten Ligurer diesen strategisch günstig gelegenen Ort als Handelszentrum und blühendes landwirtschaftliches Zentrum auserkoren. Heute ist Valenza Po international als eines der wichtigsten Zentren der Goldschmiedekunst anerkannt.
Valenza
Gold, Kunst, Passion
Valenza bietet Besuchern eine gemütliche Altstadt mit Blick auf das Flussbett des Po und zeitlose Handwerkskunst.
Die Stadt Valenza zeichnet sich durch ihre malerische Lage am Po-Ufer und an der Tanaro-Mündung aus und ist ein bedeutender Verkehrsknoten von Genua nach Mailand. Der lateinische Autor Gaius Plinius Secundus der Ältere bezeichnete Valenza einst als „Forum fulvii quod valentinum". Der ursprüngliche Stadtkern ist jedoch viel älteren Ursprungs und vermutlich auf die Ligurer (10. Jahrhundert v. Chr.) zurückzuführen. Im 2. Jhdt. v. Chr. dann wurde die Stadt von den Römern unterworfen. Dank ihrer günstigen Lage an der römischen Fernstraße Via Fulvia wuchs die Stadt in der Folgezeit nicht nur zu einem florierenden Zentrum heran, sondern bildete jahrhundertelang einen strategisch wichtigen militärischen Stützpunkt. Erst mit der Einheit Italiens verlor Valenza endgültig ihren Status als Militärstadt, was neuen industriellen Entwicklungen Raum gab. Um 1840 legte Vincenzo Morosetti mit seiner Gold- und Edelsteinwerkstatt den Grundstein für die Goldschmiedeindustrie, dank der sich Valenza weltweit einen Namen gemacht hat.
Valenza liegt am rechten Po-Ufer und grenzt einerseits an die Hügel des Monferrato und andererseits an die Lomellina und Provinz Pavia. Valenza gilt als Hochburg für die Herstellung von erstklassigem Schmuck, dessen Grundlage von jeher originelle Entwürfe, die ständige Suche nach einwandfreier Ästhetik und exzellente Handwerkskunst bilden. Neben den zahlreichen Schmuckwerkstätten haben auch international renommierte Marken hier ihren Sitz.
Einblicke in die Geschichte der Goldschmiedekunst und die Kultur der Gegend geben besondere Areale, in denen beispielsweise die Nachbildung einer Goldschmiedewerkstatt aus dem frühen 20. Jahrhundert samt Werkzeugen und Maschinen zu sehen ist. Die Ausstellungsstücke wurden vom Verein Associazione Amici del Museo dell’Arte Orafa di Valenza über die Jahre gesammelt. Das historische Archiv der Goldschmiede aus Valenza, das in digitalisierter Form für das interessierte Publikum zugänglich ist, dokumentiert die lange Geschichte dieses Handwerks und verleiht der Goldschmiedekunst den verdienten Ausdruck.
Auch in puncto Outdoor-Aktivitäten lässt Valenza keine Wünsche offen. Mehrere Wanderwege führen kilometerlang durchs Grüne, und insgesamt acht Radrouten verlaufen über kaum befahrene Straßen, Schotterwege und Deiche ein wenig abseits von Valenza, wo man vollkommen in die Natur eintauchen kann: u. a. kann man einen Blick auf Reiher und Seeschwalben erhaschen, die die Wäldchen, Kiesbänke und Auen am Zusammenfluss von Po, Sesia und Tanaro bevölkern.
In der Gemeinde Valenza wird Biodiversität ganz groß geschrieben. Ein Beispiel ist der Parco del Po: er setzt sich aus mehreren Naturreservaten und Schutzgebieten zusammen, deren Herzstück das Reservat Garzaia di Valenza ist. Geschützt wird ein Altwasser des Po, das über Jahre hinweg Nistplatz für den Purpurreiher war. Der gesamte Park mit seinen dichten Wäldern und Heiden ist ein bedeutender Lebensraum für die Avifauna, wobei der Vogelbestand sowohl Zugvögel als auch Standvögel umfasst.
Ein weiteres sehenswertes Schutzgebiet ist der Bric Montariolo, der sich großteils in der Gemeinde Pecetto di Valenza erstreckt, wo Felder und Anbauflächen von spontaner Vegetation abgelöst wurden. Hier wachsen heute mehr als 10 verschiedene Wilde Orchideen-Arten. Valenza ist auch relevant für die Gewinnung von Lehm, aus dem Ziegel für bedeutende Bauwerke hergestellt werden.
Bei einem Stadtspaziergang kann man mehrere Kirchen bewundern, wie den Dom Santa Maria Maggiore im Herzen der Stadt. Gegenüber dem Dom befindet sich der Palazzo Valentino, wo die Stadtbibliothek und das Städtische Kulturzentrum ihren Sitz haben. Auch viele geschichtsträchtige Villen sind einen Besuch wert, wie die Villa Gropella – heute ein renommierter Agriturismo, die Villa de Cardenas in Pravernara und die Villa Pastore, um die sich viele geheimnisvolle Legenden ranken, weshalb sie bei Touristen sehr beliebt ist.
Im unteren Teil der Stadt nahe dem Po kann man noch heute die Überreste der alten Stadtmauer aus dem 17. Jhdt. bestaunen.
Wer Entspannung sucht, kann sich bei Montevalenza eine Auszeit in der Therme gönnen, deren schwefelhaltige Quellen eine wohltuende Wirkung auf Leber, Magen und Darm haben sollen.
Ein besonderer Tipp für kleine Gäste ist der Zoo, wo die Kinder Zootiere füttern und sich auf dem Spielplatz mitten im Grünen austoben können. Zum Bestand gehören unterschiedlichste Tier- und Pflanzenarten, der Fokus liegt auf dem Erhalt und Schutz bedrohter Arten.
Wer einen Blick zu den Sternen werfen möchte, sollte sich den Astronomiepark “Il Parco del Cielo” bei Pecetto di Valenza nicht entgehen lassen. Ein maßstabsgerechtes Modell des Sonnensystems, drei Sonnenuhren, eine Windrose und zwei Teleskope für Himmelsbeobachtungen und vieles mehr bringen kleinen und großen Gästen das faszinierende Himmelszelt näher. Und oben auf dem Hügel lädt eine aussichtsreiche Picknick-Ecke zu einer Auszeit ein – am besten bei der ein oder anderen Spezialität aus Valenza.
Feinschmecker und Genießer dürfen sich in Valenza auf viele Leckerbissen vom Ort freuen, wie Maronensuppe, Pollo alla Cacciatora (Huhn nach Jägerart), Risotto al Barolo, Torcetti-Kekse und Nougatkuchen.