Eingebettet zwischen der weiten Ebene von Alexandria und den berühmten Tortona-Hügeln, die sich zum Apennin hinabziehen, war die Stadt ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. dank der wichtigen Handelsrouten Via Postumia, Via Fulvia und eines Teils der Via Emilia Scauri eine blühende römische Kolonie.
Tortona
Die ruhmreiche Stadt mit tausendjähriger Geschichte
Das römische Dertona, gegründet 120 v. Chr. an der Kreuzung der Konsularstraßen Postumia und Fulvia, die später durch die Verlängerung der Via Emilia in Richtung Gallien verbunden wurden, hat zahlreiche Spuren im Stadtbild von Tortona und Umgebung hinterlassen, beispielsweise in den archäologischen Gebieten der Via Rinarolo und der Via alle Fonti. Bereits in der römischen Kaiserzeit wohlhabend, erreichte es seine Blütezeit im Mittelalter, als es mit Pavia um Handelsinteressen kämpfte und 1155 von Barbarossa belagert und zerstört wurde, bevor es in den Einflussbereich Mailands geriet.
Dertona wurde 120 v. Chr. an der Kreuzung der Konsularstraßen Postumia und Fulvia gegründet, die später durch die Verlängerung der Via Emilia in Richtung Gallien verbunden wurden.
Ein wahrer Blickfang in Tortona ist die Wallfahrtskirche Santuario della Madonna della Guardia, auf der die gut 14 Meter hohe goldene Statue der Jungfrau Maria thront. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Burgtum Torre del Castello, das einzige Überbleibsel der alten Festung, die Schauplatz bedeutender Belagerungen gewesen war, beispielsweise durch Friedrich Barbarossa im Jahr 1155, und dann auf Befehl von Napoleon Bonaparte 1801 dem Erdboden gleichgemacht wurde.
Das Stadtzentrum ist geprägt von der Piazza Duomo, wo die Kathedrale Santa Maria Assunta e San Lorenzo steht. Vom Platz geht die Via Emilia ab, besser bekannt als die alte Römerstraße Via Aemilia Scauri, die teilweise mit dem „cardo“, also der Hauptachse in der antiken römischen Stadt Dertona gleichzusetzen ist. Im Palazzetto Medievale hat heute die renommierte Pinacoteca del Divisionismo ihren Sitz. In der Pinakothek sind u.a. Meisterwerke von Giuseppe Pellizza da Volpedo, Giovanni Segantini, Medardo Rosso, Plinio Nomellini und Angelo Morbelli zu bewundern.
An der Via Emilia in Richtung Madonna della Guardia sind auch die zahlreichen Bogengänge und die elegante Piazza Malaspina sehenswert.
Zeugnisse von Dertona lassen sich auch anderswo im Stadtbild noch finden, beispielsweise in den Überresten der antiken römischen Gräber und des Hospitals Ospedale di Santa Croce (12. Jhdt.) zu Ehren des Hl. Johannes, dem Schutzpatron des Johanniterordens.
Von Tortona aus lohnt ein Ausflug in die Hügelgegend der Colli Tortonesi. Zuerst gelangt man ins Val Grue, wo sich eines der schönsten Dörfer Italiens befindet: Garbagna. Das Herzstück des Borgo bildet die Piazza Doria aus der Renaissance-Zeit, die nach Fürst Doria, dem Herrn von Genua und Garbagna benannt ist. Im Juni kommen Obst-Liebhaber in Garbagna voll auf ihre Kosten, beispielsweise bei der Sagra della Ciliegia di Garbagna: die intensiv rote Kirsche „Bella di Garbagna“ ist ein Presidio Slow Food und ist besonders knackig, weshalb sie sich auch gut zum Einlegen in Spirituosen eignet.
Im Val Curone lohnt ein Besuch in der Ortschaft Volpedo, die ebenfalls zu den Borghi più belli d’Italia zählt. Bekannt ist der Ort vor allem dank seinem berühmten Bürger Pellizza da Volpedo, einem der bedeutendsten italienischen Maler des 19./20. Jahrhunderts. Bei der Besichtigung seines Ateliers kann man der Arbeit des Künstlers nachspüren. Doch auch an vielen anderen Stellen im Borgo wird an den Maler erinnert - anhand von Reproduktionen seiner Gemälde vor ihrer "natürlichen" Kulisse. In Volpedo dreht sich von jeher alles um die Landwirtschaft, auf den zahlreichen Anbauflächen gedeihen Obst und Gemüse bester Qualität, wie der besonders große und geschmacksintensive Volpedo-Pfirsich (Pesca di Volpedo), eine wahre Spezialität der Gegend.
Weiter geht es im Val Curone bis nach San Sebastiano Curone. Jedes Jahr im November zieht der Borgo Tausende Besucher an, die im Rahmen der Fiera Nazionale del Tartufo, Mostra Mercato del Tartufo Bianco d’Alba e Tartufo Nero die schwarzen und weißen Trüffeln in all ihren Facetten genießen.
Im Valle Ossona befindet sich das Dorf Castellania Coppi, wo im Jahr 1919 die italienische Radsportlegende Fausto Coppi das Licht der Welt erblickte. Coppi gilt nach wie vor als einer der größten Sportler aller Zeiten. Daher ist die Geschichte von Castellania in den letzten 100 Jahren untrennbar mit dem Radchampion verknüpft. Selbst hinsichtlich der Urbanistik hat sich der Borgo, insbesondere in den letzten 50 Jahren, um die Orte von Coppi entwickelt: im oberen Teil des Dorfs entstand beispielsweise ab 1970 ein Areal, das das Mausoleum der Brüder Fausto und Serse Coppi, eine Kirche und einen Saal mit Erinnerungsstücken umfasst.
Am letzten Juniwochenende wird hier in Castellania das "Rad der Zeit" zurückgedreht und der kleine Borgo wird zum Mittelpunkt der Welt, denn bei der MITICA Ciclostorica werden die Radrennen der Vergangenheit wieder aufleben lassen. Ziel der Veranstaltung ist es, den Besucher*innen aus aller Welt die Heimat von Serse und Fausto Coppi durch den Sport, der beide berühmt gemacht hat, näher zu bringen.
Die ganze Gegend rund um Tortona ist das ideale Urlaubsziel für Liebhaber des Straßenradfahrens, Mountainbiker und Trekking-Fans.
Zu den absoluten Event-Highlights in Tortona gehört Assaggia Tortona, wo sich Ende Mai alles um Spitzenprodukte und beste Weine aus der Gegend um Tortona dreht. Ein ganzes Wochenende lang kann man in der Stadt abwechslungsreiche Veranstaltungen, künstlerische Darbietungen und Live-Musik genießen.