Mitten im Zentrum des heutigen Städtchens Acqui Terme liegt der Platz der "Bollente" (4), der Heisswasserquelle, aus der ca. 540 Liter in der Minute bei einer Temperatur von 75° C sprudeln. Der starke Schwefelgeruch und die in den Wintermonaten entstehenden Dunstschwaden hüllen die Quelle ein und ab und zu aus den Strassenschächten steigende Dämpfe schaffen eine an Dantes Hölle erinnernde Atmosphäre. Unbezahlbar ist das wohlige Gefühl, das man beim Ausprobieren des sowohl Geist als auch Körper wohltuenden Heilwassers verspürt. Noch heute, zweitausend Jahre nach den Römern, hat das brom-, salz-, jod- und schwefelhaltige Thermalwasser seine wohltuenden Eigenschaften beibehalten: durch langsames, fast fünfzig Jahre währendes Durchsickern erwärmt sich das Regenwasser und wird mit Mineralien angereichert. Der therapeutische Einsatz erfolgt vor allem bei rheumatischen Beschwerden und Arthritis, bei Krankheiten des Bewegungsapparates (kombiniert mit instrumentaler Physiotherapie) und Erkrankungen der Atemwege. Die Rehabilitation erfolgt in entspannendem, professionellem Ambiente durch Inhalieren, Zerstäuben, Thermalbäder, Gefässgymnastik im Wasser und heisse und kalte Wechselbäder, ein Erbe noch aus römischen Zeiten. Eine besondere Attraktion ist der fango aus dem mit besonderem Lehm gemischten Thermalwasser, der lokal bei einer Temperatur von 47° C angewandt wird. Im Laufe der Zeit haben die vom Gesundheitsministerium auf das 1. livello super eingestuften Thermen viele Verbesserungen eingeführt und bieten neben medizinischen Therapien zahlreiche Schönheitsbehandlungen an, die für alle geeignet sind, die sich einmal eine Auszeit weit ab von der städtischen Hektik gönnen möchten.